Praxistalk

16. August 2019

Augendiagnose als
Spiegel des Körpers

Was bringt uns in der heutigen Zeit die Betrachtung der Augen?

Die Augendiagnose oder auch Irisdiagnose genannt, ist die Lehre zur Erfassung der persön­li­chen Konstitution und dem syste­mi­schen Zustand des mensch­li­chen Körpers und gehört schon in der alten Medizin als Diagnoseverfahren. Die einzig­ar­tige Gewebestruktur in der Iris steht im Zusammenhang mit dem Bindegewebe des Menschen und kann somit ausge­zeichnet als Diagnostikum einge­setzt werden. Gearbeitet wird mit einem Irismikroskop und einer Lichtquelle, welches dazu dient, das Auge, speziell die Iris, detail­liert zu betrachten. Verschiedene Diagnostiker arbeiten zusätz­lich mit der Ablichtung der Iriden um die Bilder zu einem späteren Zeitpunkt noch­mals zu betrachten oder zur Anschauung und Besprechung mit der Klientin oder des Klienten. Die Behandlung dauert ledig­lich ein paar Minuten und ist somit völlig schmerz­frei und birgt keine Risiken.

Anhand Veränderungen von Farbe und Struktur kann der Augendiagnostiker mögliche Störungen in den entspre­chenden Organen oder Organsystemen des Patienten fest­stellen. Werden nun beispiels­weise verschie­dene Zeichen einer Bindegewebsschwäche in der Iris fest­ge­stellt, bedeutet dies unter anderem eine Neigung zur Unterfunktion der Regulationsprozesse und der und das Immunfunktionen im Organismus. Das heisst vor allem die Lymphkapillaren Immunsystem sind einge­schränkt und der Organismus kann nicht adäquat auf Reize reagieren. Der Mensch besitzt komplexe Mechanismen, um diese Schwäche eine gewisse Zeit lang zu kompen­sieren, doch bei lang anhal­tendem Ungleichgewicht kommt auch dieser in Not und schaltet auf Ersatzreaktionen um, welche wir dann zum Beispiel als Neurodermitis, Allergien, chro­ni­sche Infekte und Schmerzen im Bewegungsapparat wahrnehmen.

“Die Konstitution bildet das Grundprogamm des Menschen. Sie koordiniert sämtliche physiologische Abläufe im Organismus”

Die bestimmte Anordnung und der Aufbau der ganzen Iris ergibt die Konstitution, das heisst, die erblich fest­ge­legte Reaktionsweise eines Menschen auf äussere und innere Reize. Verglichen mit einem PC oder Smartphone, ist sie das Betriebssystem, welches sämt­liche Prozesse koor­di­niert und steuert. Mit ihr kann der Therapeut die genauen Therapiekonzepte und die dazu­ge­hö­rige Therapiemethoden bestimmen. Das ist wichtig, denn eine Konstitution mit einem sehr starken, aber fein anspre­chenden Nervensystem muss anderst thera­piert werden als eine reak­ti­ons­schwache Konstitution. Dieses Grundprogramm bestimmt auch unsere Schwachstellen und zeigt eine „Leitschiene“, auf der die meisten Krankheiten während eines Lebens ablaufen. Durch den jewei­ligen Lebensstil und dem Umgang mit unserem Organismus, wird die eigene Konstitution dementspre­chend gestärkt oder gege­be­nen­falls geschwächt. Sind Konstitution und Organlage bestimmt, kann damit gene­rell für eine Verbesserung der körper­li­chen Situation gesorgt oder parallel zu einer sympto­ma­ti­schen Behandlung ergänzt werden. Denn wird die eigene Konstitution gestärkt, verfügt der Organismus über bessere Voraussetzungen innere Ungleichgewichte auszu­glei­chen und Gesundheit zu ermöglichen.

“keine Iris gleicht der Anderen, sie steht als persönliches Merkmal eines Menschen”

Ebenfalls müssen auch die Grenzen der Augendiagnose erwähnt werden. Mit der Irisdiagnostik ist es nicht möglich, eine Schulmedizinische Diagnose wie Mittelohrenentzündung, Magenulkus, Leberzirrhose etc. zu bestimmen. Die Augendiagnose gibt uns Fingerzeige auf belas­tete Bereiche, gestörte Regelkreise, entgleiste Stoffwechsel etc. Somit ist Sie kein Ersatz klini­scher Methoden, sondern viel­mehr dient sie als wich­tige zusätz­liche diagnos­ti­sche Hilfe für natur­heil­kund­lich, ganz­heit­lich denkende und handelnde Therapeuten.

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