Praxistalk

19. Oktober 2018

Gesundes Immunsystem

(Update: Coronavirus)

Die Gesundheit ist unser höchstes Gut. In der dritten Jahreszeit, dem Wechsel vom warmen Sommer in den kalten Winter, wird unserer Gesundheit am meisten abver­langt. Der wilde und zugleich bezau­bernde Herbst prüft uns, wie es so schön heisst, auf Herz und Nieren. Genauer gesagt wird vor allem die Resistenz und Abwehr unseres Immunsystem auf die Probe gestellt. Schnupfen oder Grippe ist an sich nichts Schlimmes und gehört zum Leben dazu. Unser gestresster Alltag und manch frag­würde Lebensweise bewirkt jedoch, dass sich unser Immunsystem nicht richtig entfalten kann und uns so die Energie und Resistenz für fremde Erreger und Umwelteinflüsse fehlt. Die Ergebnisse sind, ausfal­lende Mitarbeiter, halb leere Schulklassen und herum­seu­chende Menschen die «keine Zeit» haben sich zu Regenerieren.

Damit Sie nicht zu dieser Sparte gehören haben wir 5 Tipps für Sie, damit Sie fit durch die Winterzeit kommen.

5 Tipps für ein gesundes Immunsystem

Vorweg muss gesagt werden, dass kein Weg um eine gesunde Ernährung, ausreich­lich Bewegung an frischer Luft sowie genü­gend Zeit für die persön­liche Regeneration für eine lang­fris­tige Gesundheit führt. Dies ist die Basis jeder bewussten Lebensweise und dient als Grundstein für körper­liche Gesundheit. Bei Fragen oder Hilfestellungen in diesen Bereichen geben wir natür­lich gerne Auskunft.

Tipp 1: Taulaufen

Wenn die Nächte bereits sehr kühl sind und die Tage noch mild, dann glit­zert der Rasen am Morgen mit tausenden Tautropfen. Gehen Sie mit bett­warmen Füssen nach draussen, am besten früh morgens, entle­digen Sie sich Ihren Socken oder Schuhe und rollen die Hosenbeine etwas nach oben. Streifen Sie ca. 5 Minuten durch das tauf­euchte kühle Gras. Tipp: nehmen Sie gleich eine Tasse warmen Tee mit, die wärmt Sie zeit­gleich von innen.
Tupfen Sie danach ich Füsse trocken und schauen Sie, dass Sie die Füsse, mit warmen Socken oder noch besser mittels Bewegung, wieder­erwärmen können.

Das Taulaufen wirkt abwehr­stär­kend, durch­blu­tungs­för­dernd, venen­kräf­ti­gend und vege­tativ stabilisierend.Vorsicht bei Diabetes und bei akuten Harnwegsinfekten! Eine weitere Möglichkeit das Immunsystem mittels Wasser zu akti­vieren ist nach der warmen Dusche am Schluss einige Sekunden kühl abzu­brausen. Hier gilt das

gleiche, danach den nassen Körper trocken­tupfen und erneut warm anziehen.

Tipp 2: Ingwerwasser

Im asia­ti­schen Raum ist Ingwer seit je her eine bekannte Heilpflanze mit stär­kenden Eigenschaften. Auch in der euro­päi­schen Heilkunde und Kultur 


findet das Rhizom (keine Wurzel) immer mehr Anwendung. Die Schärfe des erwärmt und geför­dert. Wer schon einmal ein Stück Ingwer geschnitten hat, bemerkt dass dieses, von aussen, trockene Rhizom viel Saft enthält. So ist es eine der wenigen Pflanzen welche Wärme und Feuchtigkeit in den Körper bringt, die zwei wich­tigsten Prinzipien für einen Stoffwechsel und deren Funktion.

Für Ingwerwasser schneiden Sie ein paar frische Ingwerscheiben und legen diese in einem Krug Wasser ein.

Das Rhizom vorher nur kurz unter flies­send warmen Wasser abbürsten und dann unge­schält verwenden. Wer Lust hat fügt zusätz­lich ein paar Scheiben einer unbe­han­delten Zitrone dazu. Das Wasser wird dann etwas basi­scher und enthält einen erfri­schenden Geschmack.
Vorsicht: Die abor­tive Wirkung in einer Schwangerschaft wird kontro­vers disku­tiert, gene­rell wird aber von Ingwer in den ersten vier Monaten abgeraten.

Tipp 3: Kräutertee

Tee wird auf der ganzen Welt getrunken. Auch unsere Vorfahren die Wildbeuter und Germanen nutzen das Wissen der heilenden Kräuter. Dabei sammelte der Kräuterkundige am Morgen vor Sonnenaufgang die bestimmten Pflanzen und machte danach den Aufguss. Am Mittag wurde die Arbeit unter­bro­chen und die zweite Tasse Tee wurde getrunken. War die Arbeit erle­digt oder ging die Sonne unter wurde als Ausklang die dritte Tasse Tee genossen. So wird auch heute noch 3 Tassen Tee über den Tag verteilt empfohlen.
Hierfür werden auslei­tende Tees empfohlen. Das heisst die Aus‐scheidungsorgane wie Leber, Lunge, Darm, Haut und Nieren werden ange­regt und der Körper macht eine leichte Entgiftung. Ist der Organismus weniger Belastet, verfügt dieser über mehr Energie für seine Abwehr und wird resis­tenter für das Leben.

Geeignete Pflanzen wären: Brennnessel, Schafgarbe, Holunderblüten, Mariendistel, Goldrute, Enzian, Lindenblüten, Schachtelhalm, Rosmarin, Lavendel, Löwenzahn, Birkenblätter, Süssholz
Die Liste ist nicht voll­ständig. Das Angebot an Heilpflanzen so gross, dass es schwierig ist eine kleine Auswahl zu erstellen. Wenn Sie eine persön­lich für 

Sie abge­stimmte Mischung wollen, empfehle ich Ihnen einen Besuch bei Ihrem Naturheilpraktiker. Dieser kann unter Berücksichtigung Ihrer Konstitution und momen­taner Lage eine ideale Kombination für Sie erstellen, so dass Sie noch mehr profi­tieren können. Ansonsten kann auch in einer Drogerie oder Apotheke eine fertige Mischung gekauft werden.

Tipp 2: Schlaf

Die tägli­chen Reize beschäf­tigen unseren Körper und zwingen ihn zur Reaktion. Diese Reizeinwirkung kann vergli­chen werden mit einem fiktivem

Wasserglas. Jeder Reiz steht für einen Schluck Wasser, welcher in das Glas gefüllt wird. Die Überfülle an Reizen der heutigen Zeit wie Stress, Job, Familie, Strahlung, Umweltgifte, Erreger usw. sind enorm und das Wasserglas wird schnell gefüllt. Ist das Glas voll und über­läuft, treten deut­liche Symptome ein oder wir werden Krank. In der Nacht startet der Körper die Regeneration und leert somit unser inneres Wasserglas, damit wir am nächsten Tag die neuen Reize aufnehmen können. Ist unsere Ruhephase jedoch zu kurz oder nicht erholsam, kann nur ein Teil des Wassers geleert werden. Somit ist unser Belastungsbereich einge­schränkt und wir werden schneller Krank.

Optimal wäre 7–8h mehr oder weniger durch­ge­hender Schlaf. Wer am Morgen trotz ausrei­chender Ruhezeit, schlecht aus den Federn kommt oder wie zerschlagen aufsteht, dem fehlt die erho­lende Phase im Schlaf oder der Organismus kann nicht richtig Regenerieren. Um diese Ursache zu finden müssten zusätz­liche Sachen ange­schaut werden.
Natürlich ist es mehr als sinn­voll auch die Reizquellen zu redu­zieren, damit “das Glas” weniger gefüllt wird.

Tipp 5: Schröpfen

Wer sich optimal auf den Winter vorbe­reiten will oder schon die meisten dieser Punkte befolgt, aber der Erfolg immer noch ausbleibt, dem empfehle ich eine Schröpftherapie. Generell besteht die Möglichkeit einer Schröpfmassage, auf welche der ganze Rücken behan­delt wird oder gewöhn­li­chen Schröpfung, bei der mit stehenden Schröpfgläsern bestimmte Reflexzonen bear­beitet werden. Oft ist es so dass bei mehreren Sitzungen beide Arten ange­wendet werden.

Sinn und Zweck einer Schröpfbehandlung ist es die Durchblutung zu maxi­mieren und verschie­dene Organsysteme zu akti­vieren. Auch hier wird die Ausscheidung ange­regt und eine Entgiftung findet statt, welcher den Körper entlastet. Um eine lang­fris­tige Wirkung zu erhalten, sollten sicher mit 5–7 Sitzungen gerechnet werden. Je nach Reaktion wird Therapie natür­lich entspre­chend ange­passt, um das Optimum jedes Einzelnen zu erreichen.

Bemerkung: wenn Sie Medikamente bezüg­lich einer Krankheit nehmen müssen oder wegen Interaktionen unsi­cher sind, empfehle ich Ihnen eine vorgän­gige Abklärung bei Ihrem Arzt oder Naturheilpraktiker.

Update: Coronavirus

Als Selbstanwendungs‐Alternative zur Schröpftherapie bieten sich hier die Schwitzbäder. Dabei wird ein gewöhn­li­ches Vollbad einge­lassen, welches anschlies­send im Minuten‐Takt langsam erwärmt wird. Ist die Zieltemperatur des Wassers von 40°C erreicht, wird für ca. 10–15 Minuten im Bad geschwitzt. Danach vorsichtig aus der Badewanne steigen (auf Kreislauf achten!), Wasser nach­trinken und schnellst­mög­lich in das warme Bett krie­chen und gut zude­cken. Im Bett wird dann für 45–60 Minuten nachgeschwitzt.

Bemerkung:
Möglichst vor‐ und nachher genü­gend Wasser oder besser noch Lindenblütentee trinken. Personen mit Herzbeschwerden sollten keine heissen Vollbäder machen, hierfür besser warm einkleiden und für 20 Minuten ein aufstei­gendes Fussbad nehmen. Danach wie gewohnt nachruhen.

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